Geschichte der Schanz
Während des Feldzuges Napoléons gegen Österreich im Jahr 1805 (3. Koalitionskrieg) belagerten die französischen Truppen unter Marschall Michel Ney die Pässe Scharnitz und Leutasch auf der bayerischen Nordseite. Teil der Porta Claudia waren dabei nicht nur die Befestigungsanlagen bei Scharnitz, sondern ebenso wenige Kilometer westlich am Beginn des Leutaschtals die Leutascher Schanz. Ruinen davon sind dort heute noch zu besichtigen.

Dem VI. französischen Armeecorps mit 8.000 bis 9.000 Mann standen damals rund 2.200 Tiroler gegenüber. Von ortskundigen Mittenwaldern geführt – Bayern stand auf der Seite Napoléons – konnten die Franzosen über den vom Lautersee und Ferchensee seitlich am Grünkopf (1.587 m) vorbeiführenden Steig den an der Befestigungsanlage Leutascher Schanz stationierten Österreichern am 4. November 1805 unverhofft in den Rücken fallen.



FRANZOSENSTEIG
Sie konnten zunächst die Leutascher Schanz und anschließend über Seefeld auch den Scharnitzpass erobern und so ins Inntal bis nach Innsbruck vordringen. Der seitlich am Grünkopf verlaufende Steig erhielt aufgrund dieser Kriegslist den Namen "Franzosensteig" und ist bis heute in den Wanderkarten verzeichnet.
Der Überlieferung nach wurde beim Einfall der französischen Truppen über den Steig nach Leutasch nur ein einziger Kanonenschuss abgefeuert. Die Kanonenkugel schlug im damaligen Gasthaus zur Mühle ein und wird dort bis heute aufbewahrt.

Nach der Niederlage Österreichs bei Austerlitz und dem Frieden von Pressburg vom 26. Dezember 1805 musste Österreich die Grafschaft Tirol und Vorarlberg an Bayern abtreten. Kaiser Franz II. erkannte Napoléon als Kaiser an.

Heute noch sichtbar
(... und wieder in österreichischer Hand).
Von der Porta Claudia sind heute noch bis zu sechs Meter hohe Mauern erhalten (Scharnitz, unter Denkmalschutz).
Die Reste der kleineren Leutascher Schanz (ebenfalls unter Denkmalschutz) befinden sich am alten Zollamt in Unterleutasch und können noch heute besichtigt werden

